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28. Jun 2017

Andrea Möhl

User Experience Designer

Gastbeitrag

Vor einiger Zeit verlosten wir von Edorex 3 Tickets für The Next Web (TNW) in Amsterdam. Glückliche Gewinnerin dieser Tickets war Andrea Möhl, die sich besonders gefreut hat: Sie hat sich nämlich gerade erst als Grafikerin und UI/UX Designerin selbständig gemacht – da kam Europas führendes Tech Festival gerade zur richtigen Zeit. Hier nun ihr Rückblick auf die Konferenz:

Mit grosser Vorfreude bereisten wir die The Next Web Conference in Amsterdam. Ich im speziellen, weil ich noch nie in dieser Stadt war. So reisten wir gleich einen Tag früher an und verweilten nach der Konferenz noch zwei weitere Tage dort, um die Stadt zu erkunden. Kaum 15 Minuten nachdem wir angekommen sind, lernten wir die offene Art der Einwohner kennen und schätzen. Nachdem wir fast das Hotelzimmer einer Kollegin mit demselben Nachnamen bezogen hätten, die zufälligerweise ebenfalls an diesem Tag anreiste (ja, die Schweiz ist halt wirklich klein), beschlossen wir, unsere Nachbarschaft zu Fuss zu erkunden. Wir liefen einmal quer durch den Park und landeten direkt vor dem Eingang des Impact Hub Amsterdam (nun fragen wir uns, ist auch Amsterdam klein?).

Am nächsten Tag fuhren wir in untypischer Manier für Amsterdam mit der Strassenbahn zum Festivalgelände, welches sich in einer wunderschönen alten Brickstone Anlage befindet. Die zweitägige Konferenz findet jährlich in der Westergasfabriek statt und hat nicht nur inhaltlich sehr vieles zu bieten. Die zahlreichen Foodtrucks, welche unter anderem Gin-Mayo zu den Frites servieren, das Gelände der ehemaligen Gasfabrik sowie die riesigen Led-Wände kreieren ein Ambiente, wie man es sonst eher von Techno-Festivals kennt.

Das ist aber längst nicht alles, was die TNW zu bieten hat. Hochkarätige Speakers inspirierten uns mit den neuesten Trends, Denkweisen und begeisterten uns mit ihrem Enthusiasmus für das jeweilige Themengebiet rund um Technologie, Design und Innovation.

 

Wie viel Aufmerksamkeit schenken wir Technologien, von denen wir umgeben sind? 

Amber Case beschäftigt sich mit dem Einfluss von Technologie auf unser Leben. In ihrem Talk gibt sie einen Überblick zu Calm Technology, worüber sie ein Buch geschrieben hat. Digitale Produkte sollten nicht so gestaltet werden, dass sie ständige Aufmerksamkeit von uns verlangen und uns ablenken, sondern so, dass sie uns sinnvoll unterstützen. Unser Alltag wird vermehrt durch Werbung dominiert. Dies ist der Nebeneffekt davon, dass wir beispielsweise gratis Zeitung lesen können. Meiner Meinung nach, sind wir durch die konstante Reizüberflutung so abgestumpft, dass wir uns wieder mehr in Richtung «Calm Technology» bewegen müssen, um als gutes Produkt aufzufallen.

Maximum fucking love

Brian Collins, Gründer der Branding-Agentur Collins in New York, konnte unter anderem das Redesign für Spotify umsetzen. Mit seinem Talk zeigte er auf, dass wir das Minimal Valuable Product – welches aus fast keinem Projektplan mehr wegzudenken ist – zukünftig wieder etwas vergessen sollen und stattdessen dem Produkt zuliebe mehr «Maximum Fucking Love» brauchen. In der heutigen Zeit muss vieles möglichst minimal günstig und schnell realisiert werden. Da die Konkurrenz in fast allen Bereichen stetig wächst, muss man sich für ein aus der Masse hervorstechendes Produkt über das MVP hinaus ins Zeug legen. Eben mehr «Maximum Fucking Love» an den Tag legen.

 

Der Antihacker

Ein weiteres Highlight war auch der Finne Mikko Hyppönen, seines Zeichens «Anti-Hacker» und seit 1991 (!) Experte für Cyber Security bei der Firma F-Secure, welcher die neuesten Insights aus der «Wanna Cry»-Attacke erläuterte. Er mache sich grosse Sorgen um den Zustand unserer Soft- und Hardware, so Hyppönen.

Spätestens wenn wir jeden einzelnen Apparat, den wir an den Strom schliessen, mit einem Mikrochip ausgerüstet haben, wird unsere Welt total anfällig für Hacker wie die Verantwortlichen für Wanna Cry.

Mensch oder Cyborg? 

Moon Ribas ist eine katalanische Künstlerin und vom Staat anerkannte Cyborg, welche sich bereits seit 2007 mit Cybernetics auseinandersetzt. Sie hat sich auf Seismologie spezialisiert und trägt einen Sensor in sich, welcher Erschütterungen im Boden, also Erdbeben wahrnehmen kann. Diese Erschütterungen übersetzt sie in Performances, wo sie je nach Intensität der Erschütterungen dann eben tanzt oder eben nicht. Dieser Talk gefiel mir besonders gut, weil er etwas aus dem Rahmen fiel und Kunst und Technik auf eine poetische Art und Weise verbindet.

Der Tech-Space schlechthin 

Als gebührender Abschluss fand im kürzlich eröffneten TQ-building, einem Tech-Space im Herzen von Amsterdams Tulpenmarkt, die Afterparty statt. Hier, wo sich normalerweise diverse Startups unter den Fahnen von Startup Amsterdam, Google for Entrepreneurs und verschiedenen anderen Startup-Accelerators und Incubators tummeln, fand bei Bier und Apéro – neben einem DJ, über dessen Musik man sich streiten kann – der Abschluss von Europas grösster Tech-Konferenz statt. Neben dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte drücken sich sonst im TQ regelmässig das who is who der internationalen Investoren-Community die Klinke in die Hand. Abgesehen von der Vielzahl exklusiver Events und Pitch-Veranstaltungen ist das TQ auch für Unternehmer und Unternehmerinnen auf der Durchreise absolut einen Blick wert.

Amsterdam

Das Mekka der europäischen Startup-Kultur?

Einmal mehr beeindruckend: Die Stadt Amsterdam scheint sich als neues Mekka der europäischen Startup-Kultur positionieren zu wollen und schafft dies scheinbar überaus erfolgreich.

Unser persönliches Fazit dieses Ausflugs nach Amsterdam: Die Stadt bietet sehr viel Raum für Innovation und Kreatives. Insbesondere im Nordquartier findet man zahlreiche Ateliers in Schiffscontainern, ehemaligen Schiffswerften und extra dafür erbauten Quartieren.

(Dieser Beitrag wurde ursprünglich hier publiziert: https://bern.impacthub.net/2017/06/27/das-war-die-tnw-amsterdam-ein-persoenlicher-rueckblick/

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