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10. Mrz 2021

Marc Jenni

Digitalisierer

In einer Labor-Woche haben wir die Idee “Psychische Notfall App” erarbeitet. Ziel der App ist es, Menschen mit psychischen Problemen einen direkten Zugang zu Hilfestellungen zu bieten. Viel ist bereits erarbeitet und einiges ist noch offen.

Die nächsten Schritte sind die Durchführung der definierten Tests, aufgrund der Ergebnisse die Nachführung von Value Proposition und Lean Canvas. Anhand der neuen Erkenntnisse kann das Vorhaben mit einem Design Sprint zum kundenvalidierten Prototyp weiterentwickelt werden. Führen auch diese breiteren Validierungen zu einem positiven Resultat, kann die App zeitnah programmiert und auf den Markt gebracht werden, damit insbesondere Menschen bei psychischen Problemen einen direkten Zugang zu Hilfestellungen erhalten.

Die bisherigen Ergebnisse geben wir ohne Kostenfolge an eine Institution im Umfeld der Psychiatrie ab, die Willens und in der Lage ist, die Idee der App weiterzuverfolgen und damit den direkten Zugang bei akuten psychischen Notfällen in die Hände respektive Smartphones der betroffenen Menschen zu geben.

Wie alles begann

Mit einem institutionalisierten Tapetenwechsel geben wir unseren Teams bis zu fünf Tagen Zeit, um intensiv an einem frei wählbaren Thema zu arbeiten. Einschränkungen gibt es bei der «Labor-Woche» genannten Sprint eigentlich keine, ausser dass der Sprint an drei bis fünf aufeinanderfolgenden Tagen abgewickelt werden muss. Manchmal muss ein Team nach dem ersten Tag auch feststellen, dass die ursprüngliche Idee nicht umgesetzt werden kann. Wie daraus trotzdem eine ganz andere Idee für eine gemeinnützige App entsteht, ist in diesem Blog beschrieben.

Der Start und die Ernüchterung

Die Geschäftsidee, welche das Team in ihrem Team-Labor mit dem Verfahren «Business Model Validation» testen wollte, war eine Kita-App. Nach dem ersten Tag Arbeit an der Value Proposition und dem Business-Modell musste das Team aufgrund der Rückmeldungen aus einer Reihe von Kurzinterviews mit möglichen Anwenderinnen und Anwendern die Geschäftsidee verwerfen. Auch der Vorschlag, die Idee in eine andere Richtung zu lenken, half nichts. Von den drei Design-Thinking-Grundsätzen «Love it», «Leave it» und «Change it» musste der zweite zur Anwendung kommen – die Idee wurde mit Würde begraben.

Neustart mit neuer Geschäftsidee

Doch so schnell liess sich das Team nicht unterkriegen, schliesslich waren die Tage für das Team-Labor reserviert. Am zweiten Tag also das selbe von vorn mit neuem Elan und neuer Geschäftsidee:

Psychische Notfall App:

Personen mit psychischen Problemen oder deren Angehörige erhalten mit einer App direkt, anonym und einfach Hilfe. Folgende Optionen sind möglich:

  • Selbsteinschätzung
  • Peer für Hoffnung
  • Erstberatung durch eine Fachperson

Ziel: Einfacher Zugangskanal für Personen und Angehörige bei psychischen Problemen auf der einen Seite. Anfragen entgegennehmen, Personen beraten und begleiten für diensthabende Fachpersonen auf der anderen Seite.

Zu Beginn wurden Interviews mit verschiedenen Personen geführt: Betroffene, Fachpersonen, Vertreter von Stiftungen, etc. Zudem wurden mithilfe von thematischen Videos sowie Online-Recherchen wertvolle Informationen gesammelt. Für die identifizierten Kundensegmente «Betroffene und Angehörige», «Fachpersonen» und «Sponsoren» wurden die Erkenntnissen aus Interviews und der Recherche in je einer Value Proposition dokumentiert und verarbeitet. Mit der Value Proposition Methode hat das Team sichergestellt, dass die Lösungsidee «Psychische Notfall App» tatsächliche Problemstellungen und Bedürfnisse des jeweiligen Kundensegments abdeckt. Dokumentiert wird dies mit dem Value Proposition Canvas, welcher das Kundenprofil (resp. die Persona) mit seinen Aufgaben, Problemen und Gewinnen (resp. Jobs to be done, Pains, Gains) dem Werteangebot mit Produkten und Dienstleistungen, Problemlöser und Gewinnerzeuger auf der anderen Seite gegenüber stellt.

Value Proposition Canvas

Mit den im Value Proposition Canvas gesammelten Erkenntnissen hat das Team in der Folge das Geschäftsmodell für die «Psychische Notfall App» entwickelt. Für jedes Vorhaben ist es wichtig zu klären, ob das Geschäftsmodell funktioniert. Dazu werden die wichtigsten Erkenntnisse aus dem zuvor erarbeiteten Value Proposition Canvas in das Lean Canvas übertragen und erneut geschärft, verdichtet, konkretisiert. Die ersten konkreten Lösungen für die identifizierten Probleme werden gesucht, der Markt nach bestehenden Alternativlösungen abgescannt wichtige Dinge wie das Alleinstellungsmerkmal, die Kosten und Einnahmequellen definiert. Das Geschäftsmodell Version 0.1 für die Lösungsidee «Psychische Notfall App» war geboren.

Smarties Labor v2 - Lean Canvas - Psych. NotfallEine erste Einschätzung der Risikobereiche (Marktbedürfnis, Machbarkeit, Rentabilität und Anpassungsfähigkeit) durch das Team hat ergeben, dass es im Bezug auf die Rentabilität der App Bedenken gibt. Doch der Bedarf nach einer solchen App scheint sehr stark zu sein und das Team hat sich dafür entschieden, mit der Idee weiterzufahren.

Bis hierhin hat das Team mit vielen Annahmen gearbeitet – offensichtliche und versteckte. Um die Annahmen sichtbar zu machen und damit auch zu widerlegen oder zu bestätigen, wurden die erarbeiteten Ergebnisse nach Annahmen durchforstet und dokumentiert. Für die wichtigsten Annahmen wurden Tests definiert und damit festgelegt, auf welche Weise die Annahme getestet werden kann. Diese Tests reichen von erneuten Interviews, Recherchen, den Bau eines Prototyps, Beobachtungen, etc.

Smarties Labor v2 - Assumption mapDer nächste grosse Schritt ist nun die Durchführung der definierten Tests und die Auswertung der Ergebnisse. Diese Aufgabe erfordert einen grösseren Aufwand für Interviews, Prototypen bauen und testen, Expertengespräche führen und einiges mehr. Je nach Anzahl und Umfang der Tests ist mit ein paar Tagen Aufwand zu rechnen.

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