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17. Mai 2021

Matias Pizzolato

Auszubildender Informatik

Die aktuelle Pandemie hat für viele Veränderungen und Umstellungen im Alltag gesorgt. Wie auch bei anderen Ereignissen während dem vergangenen Jahr, gab es bei unserem diesjährigen Schnuppertag ein Sonderprogramm.

Die erste virtuelle Ausgabe

Obschon die aktuelle Situation rund um Covid-19 die Durchführung eines Schnuppertags um einiges erschwerte, wollten wir keineswegs auf diesen verzichten. Anfangs April hatten wir die definitive Entscheidung getroffen, den diesjährigen Schnuppertag virtuell durchzuführen. Das war übrigens das erste Mal, dass wir den Schnuppertag in dieser Art und Weise durchgeführt haben.

Obwohl die Umstellung einen deutlich höheren Aufwand bei der Vorbereitung bedeutete und der ganze Tag weniger persönlich war, gab es dennoch einen Vorteil: wir mussten die Teilnehmeranzahl nicht beschränken und konnten so mehr Interessenten (ja, leider haben sich nur Jungs angemeldet) einen Einblick in das Leben eines Informatikers gewähren. Dieses Jahr nahmen sieben interessierte 7.- und 8. Klässler am Schnuppertag teil.

Start in den Tag

Für den Beginn des Schnuppertags hatten wir uns für einen MS Teams Anruf um 8:30 Uhr verabredet. Bereits vor der abgemachten Zeit fanden wir uns nach 8:00 Uhr mit den ersten Teilnehmern im Anruf wieder. Das war eine gute Gelegenheit einige der Teilnehmer etwas besser kennenzulernen.

Nach Plan fingen wir dann den Schnuppertag mit einer Vorstellungsrunde an. Gefolgt von einer Einleitung und einigen Informationen zum Schnuppertag, zu Edorex als Firma und zur Berufslehre des Informatikers EFZ Applikationsentwicklung.

Das Projekt

Wie beim letzten Schnuppertag war für den diesjährigen Schnuppertag ein längerer praktischer Teil eingeplant, damit die Teilnehmer direkt selbst anpacken und praktisch an einem kleinen Projekt arbeiten können. Der Plan war, mit der Programmiersprache «Scratch» eine Art «Chatbot» zu programmieren.

Programmieren mit Scratch

Scratch ist eine vereinfachte, visuelle Programmiersprache, in welcher man Anweisungen ganz einfach per Drag & Drop in eine bestimmte Reihenfolge bringen kann, um so ein kleines Programm auf die Beine zu bringen. Scratch ist aufgrund seiner Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit für die ersten Schritte in der Programmierwelt besonders beliebt.

Der Chatbot

Ein Chatbot ist übrigens ein Programm, welches mit einem Benutzer ein Gespräch führen kann und auf viele verschiedene Anweisungen oder Antworten reagieren und so eine Konversation mit dem Benutzer führen kann. Zum Beispiel könnte man einen Chatbot fragen, wie das Wetter heute oder morgen aussieht, der Chatbot fragt dann, von welchem Ort der Benutzer das Wetter wissen möchte und gibt schliesslich nach der Antwort des Benutzers das richtige Wetter dieser Ortschaft aus. Während unserem Schnuppertag haben wir aber keinen «Wetterbot» programmiert, sondern etwas Einfacheres. Die Ausgangslage für den Chatbot war «Deine Schule möchte allen Schülern einen Chatbot zur Verfügung stellen, mit dem sich die Schüler unterhalten und schnell Informationen abrufen können».

Ein Beispiel von einem einfachen, in Scratch programmierten Chatbot

Ein Beispiel von einem einfachen, in Scratch programmierten Chatbot.

Die Umsetzung

Arbeiten nach Scrum

Bei der Umsetzung des Projektes haben wir nach Scrum gearbeitet (oder zumindest ansatzweise), einem agilen Vorgehensmodell des Projekt- und Produktmanagements. Scrum ist unter anderem bei der Softwareentwicklung sehr beliebt und wird den jeweiligen Bedürfnissen angepasst. Scrum wird in sehr vielen Firmen in unserer Branche eingesetzt. Die Teilnehmer konnten so in diesen Teil des Alltags eines Informatikers eintauchen, ohne dabei von etlichen Programmiersprachen, Umgebungen oder fortgeschrittenen Konzepten erschlagen zu werden.

Die Anforderungen an den erwähnten Chatbot waren noch nicht festgelegt. Diese haben wir vor der Umsetzung der ersten Funktionen gemeinsam erarbeitet und priorisiert. Danach hatten wir ein fertiges «Backlog», welches die Anforderungen an unseren Chatbot beinhaltete und konnten bereits mit dem ersten «Sprint» beginnen. Das ist eine kurze, wiederholenden Scrum-Phase, wo die Anforderungen mit der höchsten Priorität erarbeitet werden. Nach der Durchführung eines Sprints gibt es jeweils ein Review, bei welchem das erarbeitete präsentiert wird. Ebenfalls gibt es eine Retrospektive, bei welcher geschaut wird, was gut und was weniger gut gelaufen ist. So können künftig ähnliche Probleme oder Fettnäpfchen möglichst gut vermieden werden.

Drei Sprints, ein Tag

Normalerweise würde ein Sprint in Scrum zwischen zwei und vier Wochen dauern. Bei uns waren aber insgesamt drei Sprints für den Tag geplant. Die Teilnehmer konnten den ganzen Ablauf mehrmals erleben und sich so ein besseres Bild von einem richtigen Sprint machen. In jedem dieser Sprints arbeiteten die Teilnehmer motiviert an ihrem Chatbot uns setzten die Anforderungen gekonnt um. Besonders erstaunt hat mich die Begeisterung der Teilnehmer, ihre Version des Chatbots am Ende des Sprints mit den anderen zu teilen und zu zeigen, was sie im letzten Sprint alles gemacht haben.

Nach der Mittagspause und dem letzten Sprint hatten wir dann bereits das Ende dieser praktischen Phase erreicht. Die Teilnehmer konnten die Anforderungen aus dem Backlog umsetzen und die Funktionalität ihres Chatbots nach und nach erweitern. Daraus resultierte der folgende Product und Sprint Backlog, sowie sieben individuell gestaltete, kreative Chatbots, welche jeder Teilnehmer eigenständig mit der Programmiersprache Scratch umgesetzt hatte.

Unser Backlog am Ende des Tages
Unser Backlog am Ende des Tages.

Der Abschluss

Beim letzten Teil des Schnuppertages konnten die Teilnehmer einem Mitarbeiter der Edorex über die Schulter schauen und so einen Einblick in die tägliche Arbeit erhalten. Dieses Mal war es aber leider kein wirkliches «über die Schulter schauen», sondern eine Übertragung des Bildschirmes im Video-Anruf. Das hielt die Teilnehmer aber nicht davon ab, die Mitarbeiter mit Fragen zu durchlöchern. Der Inhalt dieses Teiles war nicht in Stein gemeisselt. Das heisst, dass die Teilnehmer alles fragen konnten, was sie interessierte.

Fazit

Dass sich trotz der recht kurzfristigen Anpassung des Programms und der Änderung auf einen virtuellen Schnuppertag dennoch sieben motivierte und interessierte Teilnehmer finden liessen, fand ich super. Ob wirklich alle Teilnehmer motiviert waren, kann ich nicht mit Sicherheit sagen, da sich einige weniger oft meldeten als andere und auch nicht alle die Kamera eingeschaltet hatten. Das machte die Durchführung und Moderation etwas schwieriger.

Insgesamt war es aber ein durchaus gelungener, erfolgreicher Schnuppertag. Und dass dies auch die Teilnehmer so sehen, bestätigte die anonyme Umfrage, welche am Ende des Tages ausgefüllt wurde (fragt mich nicht, weshalb wir acht Antworten bei sieben Teilnehmern erhalten haben 😉)

Die anonyme Umfrage.

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