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26. Feb 2018

Céline Solenthaler

User Experience Designer

Letztes Jahr haben wir uns entschieden, unserer Homepage ein Makeover zu verpassen. Die alte Homepage wies unserer Meinung nach verschiedene Mängel auf:

  • Die Seite hatte kaum Wiedererkennungswert. Dies lag u.a. auch daran, dass ein klarer Stil und eine Formsprache fehlten.
  • Die Gliederung des Angebots und der Dienstleistungen war verwirrend. Das führte dazu, dass Benutzer nur schlecht fanden, wonach sie suchten.
  • Die Präsentation der Projekte war etwas fad und hat die Benutzer nicht besonders neugierig gemacht.
  • Was das Branding angeht, war die Seite ein kunterbunter Mix zwischen ganz alten, altem und „neuem“ Branding.
  • Die SEO war schlecht.
  • Das unterliegende Framework war nicht besonders benutzerfreundlich und führte immer wieder zum Frust der Bearbeiter.
Alt vs. neu

An die Arbeit!

Der Entscheid für das Redesign war also gefallen, nun ging es ans Eingemachte. Wir leben nach dem Motto “Eat your own dog food”; d.h. wir wenden auch bei internen Projekten die gleichen Methoden an wie bei Kundenprojekten. Und so haben wir für die neue Homepage einen Design Sprint durchgeführt. Dafür haben wir uns 5 Tage in unserem Kalender reserviert und uns in der Denkbar an die Arbeit gemacht.

Design Sprint

Tag 1: Kunden-Input einholen

Am ersten Tag haben wir Kunden eingeladen und wollten von ihnen wissen, was ihnen an der aktuellen Seite gefällt/nicht gefällt und was sie von so einer Seite eigentlich erwarten.
Haupterkenntnisse dieses Tags:

  • Den Kunden ist die Mitarbeiter-Seite wichtiger als die Projekte. Sie möchten herausfinden, ob sie jemanden kennen, der bei uns arbeitet und herausfinden, ob wir ihnen sympathisch sind.
  • Die Kunden interessiert unsere Vorgehensweise wenig. Sie vertrauen darauf, dass wir die Experten sind und wissen, was wir tun.
  • Referenzkunden sind wichtig: Sie zeigen, in welchen Branchen wir Erfahrung haben und geben einen Hinweis auf die Projektgrösse.
Map – mögliche Wege der Benutzer

Tag 2: Ideen skizzieren

Am zweiten Tag haben wir auch verschiedenen Quellen Inspiration gesucht und erste mögliche Varianten für die Webseite skizziert. Vor allem das Navigationskonzept gab zu reden.

Unsere Inspirationswand

Tag 3: Entscheidungen treffen

Während einige der Sprint-Teilnehmer eher ein noch gewagteres Konzept gewählt hätten, haben wir uns schlussendlich auf ein ziemlich klassisches Navigationskonzept mit einer recht reduzierten Informationsarchitektur entschieden. Zudem haben wir an diesem Tag die Details für die einzelnen Seiten ausgearbeitet. Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, was wirklich alles auf diese Webseite muss. Dabei haben wir uns mehrheitlich an das Motto “weniger ist mehr” gehalten.

Tag 4: Prototyp bauen

An diesem Tag haben wir einen klickbaren Prototyp gemäss der am Vortag erarbeiteten Vorlage erstellt. Wir haben den Prototyp bewusst so gestaltet, dass er nicht daherkommt wie jede andere Seite – schliesslich wollen wir uns ja von der Masse (und der Konkurrenz) abheben. Das Konzept war also etwas gewagt – der folgende Tag würde zeigen, ob wir damit durchkommen, oder ob es doch etwas zu übertrieben war.

Tag 5: Prototyp testen

An diesem Tag kamen wieder die Kunden zum Zug: Wir haben sie erneut eingeladen und mit ihnen den Prototyp getestet.

Spass im Beobachtungsraum

Haupterkenntnis: Wir waren etwas zu sparsam mit dem Kontext; d.h. den Benutzern war nicht immer klar, wo sie sich gerade befinden. Das hat natürlich zu Verwirrung und zuweilen auch zu leichter Frustration geführt.

Die Benutzertests haben auch weitere interessante Erkenntnisse geliefert, die wir im Anschluss zusammengefasst haben und in der Umsetzung einfliessen liessen.

Ein Auszug aus den Benutzertest-Resultaten

Motto

Wir machen Software für Menschen.
Vom Bedürfnis über die Idee bis zur Lösung.

Wie sich gezeigt hat, ist es gar nicht so einfach, ein Motto zu formulieren. Diesen Punkt hatten wir alle ziemlich unterschätzt. Schliesslich ist das Motto die Essenz dessen, was wir machen. Diese Information auf so wenige Wörter zu verdichten ist uns keineswegs leicht gefallen. Bis zur finalen Version bedurfte es mehrerer Iterationen und Feedback von aussen. Das Motto spiegelt genau das wieder, was wir machen:

Wir entwickeln Software, stellen dabei aber die Menschen und nicht die Technik in den Mittelpunkt. Zudem decken wir den gesamten Prozess ab: Von der Konzeption über die Implementation bis hin zur Wartung.

Sprache

Bei der Sprache war uns von Anfang an klar, dass wir auf Fachchinesisch verzichten. Wir wollen professionell und nicht besserwisserisch wirken. In Blogbeiträgen hingegen zeigen wir gerne, was wir können!

SEO

Einer der Gründe für eine neue Homepage war auch, dass die aktuelle bzw. alte Homepage bezüglich SEO ziemlich schlecht abgeschnitten hat. Darum haben wir bei der neuen Seite von Beginn weg mit einer spezialiserten Agentur zusammengearbeitet.

Branding

Ja, das Branding ist ganz anders als bisher. Und das hat Diskussionen angeregt (Ziel erreicht!). Hinter dem visuellen Design stecken verschiedene Überlegungen. Hier die wichtigsten:

  • Die Texturen zeigen, dass wir strukturiert und professionell arbeiten.
  • Die Animationen zeigen, dass wir dynamisch sind und Freude an unserer Arbeit haben.
  • Die Farben zeigen, dass wir mit der Zeit gehen: das Grün, das unser Auftreten bisher geprägt hat, haben wir in seine Ursprungsfarben, nämlich Gelb und Blau aufgeteilt. So kommen wir in einem neuen Look daher, ohne dabei unsere Wurzeln zu verlieren.
  • Auch das Logo haben wir – wie schon bei der Denkbar – in den klassischen Schwarz-Weiss-Look überführt.

Warum überhaupt ein Rebranding?

Was das Branding angeht, hat es seit den 90ern keine grössere Veränderung mehr gegeben. Die Software-Welt hingegen hat in seither gründlich gewandelt: Statt auf Wasserfall setzt man auf agile Methoden, statt ellenlagen Pflichtenhefte zu schreiben und diese 1:1 umzusetzen, pflegt man einen engen Kontakt zum Auftraggeber und den Anwendern. Die Kunden erkennen je länger je mehr der Mehrwert von User Experience (was uns auch der Erfolg der Denkbar bestätigt).

Mit dem Rebranding wollen wir zeigen, dass wir nicht stehenbleiben, sondern mit der Zeit gehen, modern sind, unser Handwerk verstehen, unsere Arbeit ernst nehmen, aber dabei Spass haben.

Zudem wollten wir uns mit der neuen Webseite vom aktuellen Webseiten-Einheitsbrei abheben, Wiedererkennungswert schaffen und die Design-Sprache der Homepage jener der Denkbar-Webseite angleichen.

Fazit

Wir denken, das ist uns gelungen. Was meint ihr dazu?

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