17. Mrz 2021

Olivia Etter

Marketing- und Social Media Managerin

In Vechigen im Kanton Bern ist Stephan Wasem seit einigen Jahren Hobby-Imker. Er besitzt zwei Bienenhäuser. Eines direkt neben seinem Zuhause und eines am nahegelegenen Waldrand. 

Für Stephan ist Honig ein einzigartiges Naturprodukt. Er behandelt seine Bienen wie Partner und versucht mit viel Geduld und Ruhe mit ihnen zusammenzuarbeiten. Das Wohlergehen der Bienen liegt ihm am Herzen.

Als Siegelimker bekennt sich Stephan zu einer überdurchschnittlichen Honigqualität. Das goldene Qualitätssiegel bürg für die artgerechte Bienenhaltung, vorschriftsgemäss und rückstandsfreie Behandlung bei Bienenkrankheiten sowie Hygiene und Sauberkeit bei der Honigernte und eine schonende Verarbeitung.

Wir wollten noch mehr über Stephan und seine Bienen erfahren und haben ihm einige Fragen gestellt. Und spannende Antworten erhalten.

 

 

Stephan, seit wie vielen Jahren imkerst du?

Im Frühling 2019 startete ich mit zwei Völkern. Also dieses Jahr beginne ich mein drittes Imkerjahr als sogenannter “Jung-Imker”.

 

Wie bist du zum Imkern gekommen?

2014 begann mein damals 10-jähriger Sohn sich für Bienen zu interessieren und begleitete einen Imker in der Nachbarschaft. Als 12-jähriger bekam er von diesem Imker ein Bienenvolk geschenkt. Von Anfang an unterstützte ich ihn bei seinem Hobby. Mit seiner Berufswahl als Landwirt stellte er dann aber fest, dass er zu wenig Zeit für die Betreuung seiner Bienen hat. So wurde ich dann “zwangsläufig” aber mit grosser Freude zum Imker.

 

Welches Erlebnis ist dir in Erinnerung geblieben?

Für mich gibt es nicht das eine ultimative Erlebnis mit den Bienen. Aber ich erinnere mich gerne an das erste Mal zurück, wo der Honig aus der Schleuder floss und ich stolz das erste Mal den eigenen Honig schmecken durfte.

 

Du hast Waldhonig und Blütenhonig?

Richtig. Der Blütenhonig entsteht in meinem Bienenhaus in Vechigen. Dort kann kein reiner Waldhonig gewonnen werden. Die Bienen sammeln den Nektar in Wiesen und Gärten mit Blumen und in Feldern mit Gewächsen, aus den blühenden Obstbäumen sowie aus den umliegenden Mischwäldern von Birken, Linden, Eichen, Ahorn etc.

Der Waldhonig entsteht in meinem Bienenhaus am Waldrand vom Riedli beim Chäli oberhalb Radelfingen. Hier wird mehrheitlich der Honigtau gesammelt und von den Bienen zu Waldhonig verarbeitet.

Wie viel Honig erntest du pro Jahr?

Das kann ich so nicht genau sagen. Das hängt von vielen Faktoren ab. Bienenvolkstärke, Nahrung in der Natur, Wetter, Schädlinge etc. In der Regel erwarte ich allerdings einen Ertrag von 20 kg Honig pro Volk als Ertrag.

 

Wie viel Arbeit geben dir die Bienen?

Für 2021 rechne ich mit einem Arbeitsaufwand von rund 3500 Minuten. (Anmerkung: Stephan hat uns eine ziemlich genaue Auflistung gemacht. Um die Antworten etwas kürzer zu halten, beschränken wir uns auf die beachtliche Summe). Darin enthalten sind die Honigernte, jedoch nicht das Abfüllen und Etikettieren sowie zusätzlich anfallende Arbeiten zur Beschaffung von Material und/oder allfällige Reparaturarbeiten.

 

Sind deine Völker vom Bienensterben betroffen?

Glücklicherweise nein. Ich denke Glück und Pech liegen da sehr nahe beieinander. Den Einsatz von Pestiziden in der freien Natur kann ich leider nicht beeinflussen. Auch nicht wohin die Biene beim ersten Morgensonnenstrahl fliegt.

Hingegen die Gesundheit im Bienenstock kann ich beeinflussen, indem ich die empfohlenen Behandlungen im Herbst und Winter durchführe.

 

Wird genug gegen das Bienensterben getan?

Seit rund 20 Jahren wird das Bienensterben beobachtet. In Liebefeld sind Wissenschaftler von Agroscope daran, dieses Phänomen zusammen mit Imker*innen zu erforschen und so gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

 

Was können wir als Einzelne dagegen tun?

Das ist im Prinzip ganz einfach. Mit der “Mission B“, welche im Jahr 2019 stark thematisiert wurde. Mitunter ist die Biodiversität auch für die Bienen sehr wichtig.

 

Fun-Frage: wie oft wurdest du schon gestochen?

Oft! Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen.

 

Merci Stephan für die Beantwortung der Fragen.

Wir freuen uns auf weitere Bienen Informationen von dir. Und dann natürlich auf den feinen Honig. Danke, dass du gut zu den Bienen schaust.

 

Impressionen

Und zum Abschluss ein paar Impressionen von einem wunderbar sonnigen Herbsttag im  2020:

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