Braucht mein KMU wirklich KI?

Künstliche Intelligenz ist mittlerweile überall. In Präsentationen, LinkedIn-Posts, Newsletter und sogar in Verkaufsgesprächen.

Und viele KMU spüren aktuell einen Druck: Wir sollten auch etwas mit KI machen. Doch die wichtigste Frage wird dabei oft überprüngen: Braucht mein KMU wirklich KI?

KI ist kein Muss, sondern ein Werkzeug

Ganz klar. Nicht jedes KMU braucht KI. Und das ist auch völlig in Ordnung.

KI ist kein Selbstzweck. Sie ist ein Werkzeug. Wie jede Technologie bringt sie nur dann einen Mehrwert, wenn sie ein konkretes Problem löst.

Wer also mit KI startet, ohne zu wissen, was verbessert werden soll, endet oft mit:

  • wenig Wirkung
  • hohen Erwartungen
  • viel Aufwand

Die falsche Frage, die sich viele stellen: Welches KI-Tool sollen wir einsetzen?

Viele Gespräche beginnen mit Tool-Fragen:

  • Sollen wir ChatGPT einsetzen?
  • Brauchen wir einen eigenen Assistenten?
  • Müssen wir Prozesse automatisieren?

Seien wir ehrlich. Diese Fragen kommen viel zu früh. Die richtige Reihenfolge wäre eine andere.

Die richtige Frage wäre also welche?

Bevor ein KMU über KI nachdenkt, sollte es sich ehrlich mit folgenden Punkten auseinandersetzen:

  1. Wo verlieren wir heute Zeit oder Energie?
    Sind es wiederkehrende Aufgaben, aufwendige Informationssuchen oder manuelle Abläufe?
  2. Wo entstehen Fehler oder Unsicherheiten?
    Gibt es Prozesse, die stark von Einzelpersonen abhängen oder oft Rückfragen auslösen?
  3. Welche Daten haben wir überhaupt?
    Sind Informationen strukturiert, aktuell und zugänglich oder verteilt über viele Systeme?
  4. Was erwarten wir realistisch von KI?
    KI ersetzt keine Mitarbeiter:iinnen. Sie unsterstützt, entlastet, strukturiert.

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird klar, ob KI sinnvoll ist oder nicht.

Wann KI (noch) keinen Sinn macht

KI ist aktuell kein guter Einstieg, wenn:

  • Prozesse unklar oder chaotisch sind
  • Daten fehlen oder stark veraltet sind
  • Erwartungen unrealistisch hoch sind
  • keine Zeit für Einordnung vorhanden ist

In solchen Fällen lohnt es sich, zuerst Strukturen zu schaffen, bevor man Technologie einsetzt.

Fazit: KI beginnt mit Einordnung, nicht mit Technik

Die Frage ist nicht:
Brauchen wir KI?

Sondern:
Wo würde KI uns wirklich helfen?

Ein ehrlicher Blick auf Prozesse, Daten und Ziele ist oft wertvoller als jede Demo oder jedes Tool.

Und manchmal ist die Antwort auch einfach:
Im Moment (noch) nicht.

Auch das ist eine gute Entscheidung.